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Mandala
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Immer wieder ist es mir ein inneres Bedürfnis Details aus meiner unmittelbaren Um­ge­bung in mein Zei­chen­re­per­toire zu integrieren. Dafür fasse ich mir Auffälliges in ein Bild. Ger­ne adaptiere ich dabei schon exis­tie­rende Zei­chen oder Strukturen, weil sie mir be­deut­sam er­schei­nen. Ich arbeite intensiv an den Vorlagen und schaf­fe mir Sym­bole, die Teile meiner inneren und gleich­zei­tig der äuße­ren Welt re­prä­sen­tie­ren.
Durch die Begegnung mit Mandalas fand meine anfangs ziellos scheinende Be­schäf­ti­gung eine (Fort-) Führung. Die rhythmische Anordnung von Zeichen und Strukturen um ein Zentrum herum fasst die losen Elemente zu­sam­men und bringt sie in Position zu­ein­ander. Einzigartige Konstella­tio­nen entstehen.

Als ich einige der Mandalas unter Kindern verteilte, konn­te ich interessante Prozesse beobachten. Meine Vor­lagen wur­den mit Begeisterung ausgemalt und ver­­schenkt. Da­rü­ber hinaus jedoch begannen die Kinder, die mich beim Er­stellen von Man­da­las be­ob­ach­tet hatten, ebenfalls neue Man­da­las zu erfinden – mit Hilfe ihrer ganz eigenen per­sön­lichen Zei­chen­sprache. Von­ein­an­der scheinbar un­ab­hän­gi­ge Ge­stal­tungs­kräfte kommen hier zu­sammen, stoßen sich gegenseitig an und lassen etwas Neues ent­ste­hen. Da­rü­ber hinaus findet ein von unserer sprach­lichen Ebene weit­gehend unabhängiger Austausch statt und bleibt für einen gewissen Zeitraum auf dem Papier nach­voll­zieh­bar.

In diesem Sinne können wir uns gegenseitig kennen ler­nen. Male ich ein Mandala einer an­deren Person aus, lasse ich mich auf deren vorgegebene Struktur ein und reagiere in meiner einzigartigen Art und Wei­se durch meine farbliche Gestaltung darauf. Anders herum ist es genauso. Gestaltet jemand eines mei­ner Mandalas, schenkt er oder sie mir eine ganz indi­vi­duelle Ant­wort.
Genau diesen Prozess einer laufenden Kommu­ni­ka­tion - quasi das Immer-wieder-in-Kontakt-Treten - finde ich in­te­ressant. Die sich dabei ent­wickeln­den Beziehungs-Qua­li­tä­ten sind weit­ge­hend un­abhängig von Sprache, jedoch um­so sinn­reicher. Ein solcher Beziehungs-Raum kann sich mit Farben, Strukturen und Material erfüllen, wohltuende At­mo­sphäre oder Stimmung schaffen und Men­schen auf ganz­heit­liche Weise verbinden.
Das Mandala-Buch wurde veröffentlicht, um die­se Im­pulse weiter zu geben. Damit die Fort­set­zung von Kom­mu­­ni­­ka­tion auch auf einer sicht­baren Ebe­ne für alle Beteiligten nach­vollziehbar bleibt, steht diese Online-Plattform zur Ver­fü­gung. In der Mandala-Gale­rie können aus­ge­staltete bzw. selbst er­fun­dene, gelegte oder gebaute Man­dalas ver­öffent­licht wer­den.
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